Medizinische Fakten

Warum ist Kalzium wichtig?

Kalzium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff.

Es ist ein essentieller Bestandteil des Skelettknochens und hält diesen stabil.

Für die optimale Versorgung des Knochens brauchen wir daher täglich ausreichend davon. Kalzium erhalten wir über kalziumreiche Nahrungsmittel. Die Aufnahme von Kalzium erfolgt vom Darm ins Blut zum Teil passiv wie auch aktiv. Der aktive Transport von Kalzium ist vom Vitamin D 1,25 Spiegel abhängig. Vitamin D 1,25 wird in der Niere aus Vitamin D Vorstufen gebildet. Dieses Provitamin wird vom Körper selbst hergestellt, muss dann aber durch Sonnenlichtbestrahlung (UV-B) in der Haut aktiviert werden, um dann in Leber und Niere ins aktive Vitamin D 1,25 umgewandelt zu werden.

Die Vitamin D Versorgung ist aber oft unzureichend – verursacht hauptsächlich durch geringe UV-B Sonnenbestrahlung wegen der Verwendung von Sonnenschutzmitteln/Kleidung oder im Winter aufgrund des fehlenden UVB Anteils im Sonnenlicht. Die Nahrungsaufnahme spielt hingegen eine untergeordnete Rolle, da nur wenige Nahrungsmittel Vitamin D 3 enthalten (z.B. Lachs, Aal).

Wenn ein Vitamin D Mangel besteht, wird die Kalzium-Aufnahme durch den Darm ebenso geringer. Daher ist für eine optimale Kalzium-Aufnahme auch eine ausreichende Vitamin D-Versorgung notwendig.

Der Kalzium-Verlust durch Urin, Schweiß und Stuhl sollte ersetzt werden um Kalzium Defizite zu vermeiden.

Kalzium-Mangel erhöht das Risiko einer Knochenerkrankung die sogenannte „Osteoporose“. Wörtlich übersetzt versteht man darunter „poröser Knochen“. Der Knochen verliert an Masse und Festigkeit, wodurch der Knochen so fragil wird, dass er schon bei geringer Belastung brechen kann. Daher kann man die Osteoporose auch als „Knochenbrucherkrankung“ bezeichnen. Umso wichtiger ist es frühzeitig vorzubeugen, dafür benötigt man ausreichen Kalzium und Vitamin D.

Was passiert, wenn ich zuwenig Kalzium durch die Nahrung aufnehme?

Bekommen wir über längere Zeit durch die Nahrung zu wenig Kalzium oder verlieren über Harn, Stuhl oder Schweiß mehr als aufgenommen, wird körpereigenes Kalzium aus dem Kalziumspeicher (Skelett) frei gesetzt, um den Kalziumspiegel im Blut konstant zu halten. Dieser über längere Zeit erzeugte Kalziumverlust aus den Knochen führt zu einem gesteigerten Knochenabbau und zu einer verminderten Knochendichte. Das kann letztendlich zu einem erhöhten Knochenbruchrisiko führen. Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist daher für einen gesunden Knochen unverzichtbar.

Laut Österreichischen Ernährungsbericht zeigen sich aber bei 70% der Erwachsenen in Österreich eine zu geringe Kalzium-Aufnahme.

Wie schaut es mit der Kalzium-Ernährung/Kalzium-Versorgung in Österreich aus?

Nach dem „Ernährungsbericht Österreich“ ist die Aufnahme von Kalzium in allen Altersgruppen und beiden Geschlechtern zu gering. Circa 2/3 der Erwachsenen  weisen eine nicht ausreichende Kalzium Versorgung auf.

Es besteht dabei ein Unterschied bei Männern aus Ost- bzw. Westösterreich. Die durchschnittliche Aufnahme im Osten liegt bei 954 mg Kalzium pro Tag, die Aufnahme im Westen mit 760 mg pro Tag ist deutlich geringer.

Sagt die Kalziumkonzentration bzw der Kalzium-Spiegel im Blut etwas über die Kalziumversorgung aus?

Nein. Die Kalziumkonzentration im Blut ist bezüglich Kalzium-Versorgung/Bedarf wenig aussagekräftig. Um den Kalzium Status richtig beurteilen zu können, benötigt man hingegen eine spezielle Untersuchung. Diesbezüglich sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt!

Wieviel Kalzium soll ich (man) täglich zuführen?

Unterschiedliche Gesellschaften für Ernährung zusammengefasst in der Dachgesellschaft (D-A-CH) hat diese Frage auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse beantwortet und die Referenzwerte für die Zufuhr von Kalzium mit der Nahrung überprüft.

Diese Referenzwerte werden von den Gesellschaften für Ernährung in Deutschland (DGE), Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE) gemeinsam herausgegeben. Die Kurzbezeichnung D-A-CH lehnt sich an die international üblichen Länderkennzeichen für Deutschland (D),  Österreich (A) und Schweiz (CH) an.

Muss ich täglich genau die vorgeschrieben bzw. die empfohlene Menge an Kalzium einnehmen?

Die angegebenen Referenzwerte müssen nicht an jedem einzelnen Tag erfüllt werden. Es reicht aus, wenn diese Vorgaben durchschnittlich über einen gewissen Zeitraum erreicht werden.

Kann ich zuviel Kalzium zu mir nehmen bzw. kann Kalzium auch schaden?

Der oberer Grenzwert pro Tag für gesunde Erwachsene beträgt bei Kalzium 2500mg. Man versteht unter diesem Wert der auch „tolerable upper intake level“ (UL ) genannt wird, die höchst mögliche Tages-Dosis pro Tag, bei der man auch bei Langzeiteinnahme keine möglichen Nebenwirkungen erwartet.

Wann brauche ich Kalzium und wieviel davon ?

Am meisten Kalzium benötigen Jugendliche im Alter von 13-19 Jahren mit 1200 mg Kalzium pro Tag wegen der Wachstumsphase. Doch sollte lebenslang auf eine gute Versorgung mit Kalzium geachtet werden. Die empfohlene Kalziumzufuhr für Erwachsene beträgt 1000 mg pro Tag. Nicht zu vernachlässigen ist auch das höhere Alter, (etwas ab dem 50.-60.Lebensjahr), dabei wird für einzelne Nährstoffe (Vitamin D, Vitamin K) eine höhere Zufuhr empfohlen. Im Alter treten bei einigen Organen vermehrt Funktionsverluste auf (verminderte Darmbewegung, Schluckbeschwerden, Darmaufnahmestörungen), daraus kann eine Mangelernährung resultieren.

Wie komme ich zum Kalzium?

Die empfohlene Zufuhr von Kalzium ist durch Kalziumreiche Lebensmittel möglich.

Unsere Hauptaufnahmequelle für Kalzium stellen die Milchprodukte dar. Da die größten Mengen an Kalzium in Hart- und Schnittkäse (z.B.: Parmesan, Emmentaler, Gouda) zu finden sind und diese nahezu laktosefrei sind, können auch laktose-intolerante Personen diese konsumieren. Achtgeben sollte man aber bei erhöhte Cholesterinwerte da sollte der Konsum von Hartkäse eher vermieden werden. Des Weiteren findet sich Kalzium auch in diversen Gemüse- und Obstsorten,( Fenchel, Grünkohl, Petersilie Broccoli) allerdings nur in geringeren Mengen- dh. Es müssen um die empfohlen Menge an Kalzium aufzunehmen große Mengen an Gemüse täglich verzehrt werden , …

Zu erwähnen sind auch Kalziumreiche Mineralwässer (z.B.: Alpquell, Römerquelle, Juvina), sowie Kalziumangereicherte Fruchtsäfte (z.B.: Fruchttiger, Hohes C plus Kalzium, Pago mit Kalzium).

Wenn die ausreichende Zufuhr (siehe Referenzwerte) von Kalzium durch die tägliche Nahrungsaufnahme nicht gewährleistet ist, wäre eine Supplementierung durch Kalzium Präparate zu überlegen.

Wie weiss ich, ob ich ausreichend mit Kalzium versorgt bin?

Um die Frage zu beantworten, hilft der KalziumRechner. Der KalziumRechner ermöglicht jedem, seine eigene Kalziumversorgung durch seinen persönlichen Speisezettel zu überprüfen und zu dokumentieren, um eine optimale Versorgung anzustreben oder Mangelzustände zu vermeiden. Um die Eingabe und die Überprüfung vor allem einfach und praktikabel zu gestalten, verwendet der KalziumRechner einen „österreichischen Speisezettel“ mit seinen typischen Gerichten und Haushaltsportionen.

Insbesondere ist die Bestimmung der Kalzium-Aufnahme ermittelt durch den KalziumRechner für jene Personen wichtig, die an einer manifesten Osteoporose leiden oder spezielle Medikamente, die diese fördern, einnehmen. Hier ist eine ausreichende Kalziumversorgung unabdingbar.

Um den Versorgungszustand einer Einzelperson zu beurteilen, reichen annähernde Werte völlig aus. Mit diesem Rechner lässt sich daher abschätzen, ob die Kalziumzufuhr der Empfehlung gerecht wird und ob man mit großer Wahrscheinlichkeit adäquat versorgt ist. Hinzuweisen ist aber, dass die Qualität des Resultates mit der Genauigkeit der Eingaben (Menge, Art der Speisen etc) zusammenhängt. Mit anderen Worten: Je genauer die Eingaben, desto präziser das Ergebnis.

Entscheidend ist, dass die Zufuhr von Kalzium individuell angepasst werden soll, dabei hilft ihnen ihr betreuender Arzt/In oder Diätolog/in.

Hilfreich sind hierfür Referenzwerte siehe Tabelle.

Was bedeuten Referenzwerte für Kalzium?

Referenzwert sind als Zielgrößen zu verstehen, um eine genügende Zufuhr von dem Nährstoff z.B Kalzium sicher zu stellen.

Wenn diese Empfehlung annähernd erfüllt wird, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit ausreichend versorgt. Nimmt man hingegen zu wenig Kalzium über längere Zeit als die empfohlene Menge ein, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Unterversorgung.

In die Definition und Ableitung von Referenzwerten fließen kontinuierlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein, die regelmäßig aktualisiert werden. Wir beziehen uns auf die Referenzwerte der D-A-CH-Gesellschaft aus 2013.

Warum brauche ich Referenzwerte?

Die Referenzwerte dienen als Orientierung um eine angemessene Zufuhr von Nährstoffen zu gewährleisten und um Mangelkrankheiten vorzubeugen, wie z.B. Osteoporose und Rachitis.

Erhöht die Einnahme von Kalzium das Risiko für Gefäßverkalkung oder Herzinfarkt?

Bezugnehmend auf die Stellungnahme des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen zur Kalzium-Substitution und Herzinfarktrisiko 2010 kann aus der Sicht des Österreichischen Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitswesen (BASG) eine unerwünschte Wirkung der Kalzium-Substitution aufgrund der vorliegenden Daten zum dem Zeitpunkt weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Keiner der dem BASG als Herzinfarkt bislang zur Kenntnis gebrachten Einzelfallberichte führte eine kalziumhältige Arzneispezialität als verdächtiges Arzneimittel an.

Eine Analyse von bis Juli 2016 vorliegenden Daten publiziert am 25. Oktober 2016 in einer namhaften medizinischen Fachpublikation (Annals of internal medicine) kam zum Ergebnis, dass eine tägliche Kalziumzufur von 2000-2500mg nicht mit einem erhöhtem Risiko von Herzinfarkt oder Gefäßverkalkung verbunden ist.

Kalziumsupplementierung über Nahrungsergänzungsmittel.

Nahrungsergänzungsmittel sind primär für die gesunde erwachsene Durchschnittsbevölkerung bestimmt.

Es wird daher empfohlen, dass Personen, die unter medizinischer Behandlung stehen, ihre Ernährung wie auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Kalziumsupplementierung über Arzneimittel.

Zur Prophylaxe und Therapie der Osteoporose wird die Aufnahme von angemessenen Mengen von Kalzium (1000-1200 mg pro Tag nicht mehr als 500mg auf einmal) unabhängig von anderen Interventionen, wie z.B. Lebensstil (Kraft- und Wiederstandstraining, Nikotinabstinenz) oder Arzneimittel in Leitlinien empfohlen.

Eine individuelle Supplementierung sollte nach diesen Richtlinien nur dann erfolgen, wenn die Zufuhr durch die tägliche Nahrungsaufnahme nicht gewährleistet ist.

Ein Beispiel:

Herta (68 Jahre alt, manifeste Osteoporose, erhöhte Cholesterinwerte)

Herta benötigt täglich 1200mg Kalzium – nach Erfassen der Essgewohnheiten (fettarme Kost) hat sich herausgestellt, dass sie lediglich 500-600mg Kalzium täglich über die Nahrung zuführt. Es fehlen somit 500mg Kalzium, die somit supplementiert werden sollen – diesbezüglich wendet sie sich an ihren Arzt.